Strassenverlegungen und ein neuer Damm - Meilenstein für Olten SüdWestNachdem der Stadtrat von Olten den Zonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften zur Endgestaltung Kiesabbau Gheid und der Arealgestaltung Olten SüdWest verabschiedet hat, beginnen – vorbehältlich des Regierungsratsbeschlusses – die entsprechenden Arbeiten im kommenden Frühjahr. Dazu gehören der Endabbau des Kieses, die Errichtung eines neuen Damms entlang der geplanten Entlastungsstrasse und die Verlegung der Strassen im Gheid. Im ehemaligen Hunziker-Areal wurden im vergangenen Jahr die Industriegebäude weitgehend rückgebaut und die Umgestaltung des Geländes für eine neue Nutzung eingeleitet.Lebensraum für Pflanzen und Tiere Durch den jahrzehntelangen Kiesabbau entstanden Lebensräume für zahlreiche bedrohte und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten. Damit deren Lebensgrundlage erhalten bleibt, wurde im nordwestlichen Teil des Geländes auf über drei Hektaren neuer Lebensraum geschaffen – eine sogenannt "beruhigte Zone". Das Geländeniveau wurde angehoben, so dass es mindestens zwei Meter über dem zehnjährigen Höchstgrundwasserspiegel liegt. Trockenstandorte und drei mit Opalinuston ausgekleidete Weiher stehen als ökologische Ausgleichsflächen bereit. Das Gebiet gehört zur Reservezone und wird als solches über längere Zeit bestehen bleiben – sicher bis zur Realisierung des westlichen Teils von Olten SüdWest. An seiner Sitzung vom 16. Januar 2006 hat der Stadtrat von Olten den Zonen-, Erschliessungs- und Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften zur Endgestaltung Kiesabbau Gheid und der Arealgestaltung Olten SüdWest genehmigt. Beschluss und Unterlagen sind nun zur kantonalen Genehmigung beim Regierungsrat des Kantons Solothurn eingereicht. Der Regierungsratsbeschluss wird im März 2006 erwartet. Start vor Vegetationsbeginn Anschliessend kann das Gelände des Areals in seine definitive Form gebracht werden. Dies umfasst den Abbau des Kiesrückens entlang der Nordwestseite, den Bau eines Lärmschutzdamms zwischen der Dünnern und Olten SüdWest und den Bau der Erschliessungswege. Damit die Bauarbeiten planmässig vorangehen, wird beim Kanton eine vorgezogene Bewilligung eingeholt, so dass vor Vegetationsbeginn die Hecke auf dem Kiesrücken entfernt werden kann. Dies ist auch notwendig, damit Vögel nicht in der Hecke zu brüten beginnen und durch die Arbeiten ihre Brut zerstört wird. Flugplatzstrasse wird verlegt Nach Vorliegen der rechtsgültigen Bewilligung wird nach dem Entfernen der Hecken der Kiesrücken längs des Gheidwegs abgetragen und ein neuer Damm von ähnlicher Höhe errichtet. Parallel dazu erfolgt auch im südwestlichen Teil des Geländes ein Restabbau an Kies. Daraufhin wird dort die vorgesehene Geländegestaltung umgesetzt. Dazu wird die heutige Steilwand gegen den Flugplatz hin abgeflacht, damit für künftige Bewohner des Areals der Übergang zur Umgebung harmonischer verläuft. Oberboden, Unterboden und Kiesmaterial, das bei dieser Terrainanpassung anfällt, werden auf dem Areal Olten SüdWest verwendet. Dafür sind grössere Zwischendepots auf dem Gelände nötig. Im Zusammenhang mit der Abflachung wird die Flugplatzstrasse im Sommer 2006 an den südwestlichen Rand des Grundstücks verlegt. Durch die Arealgestaltung entstehen neue und umgestaltete naturnahe Flächen. Sie umfassen etwa acht Hektaren. Nach Abschluss der Arbeiten ist die Lebensraumqualität für die Tier- und Pflanzenarten insgesamt besser als heute. Im Rahmen der Umgebungsgestaltung werden auch einige Erschliessungsstrassen verlegt. Wegen der Terrainanpassung im südwestlichen Teil des Areals verläuft die Verbindung von der Dünnernbrücke zum Flugplatz neu durch das kleine Waldstück. Ersatz- und Wiederaufforstungen kompensieren nötige Rodungen wegen der Strassenverlegung. Die Haupterschliessung von Olten SüdWest erfolgt von der Entlastungsstrasse her. Fuss- und Radwege aus dem Areal sind im Bereich der Böschungen bereits festgelegt, planerisch gesichert und stehen rechtzeitig zur Verfügung. Öffentliche Begehungen Das Erscheinungsbild des Areals Olten SüdWest wird sich während der nächsten Jahre stetig verändern. Aus diesem Grund sind zur Information öffentliche Begehungen vorgesehen. Die erste – geplant gegen Ende Mai 2006 – widmet sich dem Thema Ökologie. Die zweite findet voraussichtlich Ende August statt und behandelt die technischen Bauten. Die dritte schliesslich wird etwa Mitte Oktober stattfinden und thematisiert den Städtebau. Weitere Informationen zu den geplanten Anlässen werden rechtzeitig publiziert. Olten SüdWest – ein neuer Stadtteil Seit die Industriebetriebe PCO Portlandcementwerk und AG Hunziker & Cie. vor neun Jahren stillgelegt wurden, steht für den Städtebau ein etwa 280'000 m2 grosses Areal zur Verfügung. Für dieses war eine grundlegend neue Nutzung zu definieren, die auf die Bedürfnisse der Stadt und seiner Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt Rücksicht nimmt und auf die aktuellen Bedürfnisse einer modernen Stadtentwicklung ausgerichtet ist. Geländerelief „wiederherstellen“ In einem Projektwettbewerb obsiegte im Jahre 2003 das Konzept "eureka". Es sieht das Geländerelief an den Rändern des Areals, das durch den jahrzehntelangen Kiesabbau entstanden ist, als eine spezifische Eigenschaft des Ortes: Das ursprüngliche Geländeniveau ist noch erkennbar. Ein umlaufender Höhenweg verbindet den Damm im Nordwesten, die Flugplatzstrasse im Südwesten sowie die Sportstrasse im Süden und erlaubt, mit dem Blick von oben über die Dächer des Quartiers die Kontinuität des Landschaftsraums wahrzunehmen. Die Hanggestaltung zwischen der Flugplatzstrasse und dem tiefer liegenden Gelände bildet als landschaftliches Bauwerk eine wichtige Schnittstelle zwischen dem neuen Stadtquartier und der umgebenden Landschaft. Die Form betont den Charakter der ehemaligen Kiesgrube als künstlich entstandene Landschaft und stellt sich als Bereich mit eigenständiger Gestaltqualität und Erscheinung dar. Das städtebauliche Konzept nimmt die Geländeform, die durch den jahrzehntelangen Kiesabbau entstand, zum Ausgangspunkt der Entwicklung und arbeitet mit einem einfachen Leitbild: Das verschwundene natürliche Geländerelief wird wieder aufgefüllt – nicht durch Kies, sondern mit den viergeschossigen Gebäuden des neuen Stadtteils, die vom Boden der Kiesgrube bis zur Höhe der bestehenden Geländekante reichen. Die begrünten Dächer führen die Landschaft des umgebenden Geländeniveaus fort.
Blick über das Gelände Olten SüdWest aus Richtung West. Im Vordergrund ist die Vertiefung für ein Flachgewässer, das noch mit Opalinuston ausgekleidet wird, gut sichtbar. Das abgebildete Gebiet gehört zum "beruhigten Bereich", der gut drei Hektaren umfasst. Er stellt sicher, dass während der Bauarbeiten die Lebensgrundlage der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt. (Bildnachweis: Spatteneder Oekologie AG) Datum der Neuigkeit 15. Feb. 2006
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