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Olten ist Energiestadt

Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg konnte am Mittwoch, 31. März 2004, im Rahmen eines Festaktes in Grenchen zusammen mit seinen Kollegen aus Grenchen, Solothurn und Zuchwil das Bundeslabel Energiestadt entgegennehmen. Am gleichen Anlass unterzeichneten Frau Landammann Ruth Gisi und Regierungsrat Walter Straumann als Co-Präsidium der Lokalen Agenda 21 zusammen mit den Präsidenten der erwähnten Gemeinden eine Nachhaltigkeitserklärung.


Regierungsrat Roberto Zanetti übergibt Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg das Bundeslabel Energiestadt


Die Stadt Olten betreibt seit vielen Jahren eine aktive Umwelt- und Energiepolitik. Sie ist Mitglied beim Klimabündnis und entwickelt Aktivitäten im Sinne einer lokalen Agenda 21. Erste herausragende Aktivitäten im Energiebereich verfolgte Olten vor rund 10 Jahren mit der massgeblichen Unterstützung der Entwicklung des Instrumentes Energiestadt. Nach einem längeren Unterbruch im Durchlaufen des Labelprozesses hat der Stadtrat im Dezember 2002 entschieden, den Energiestadtprozess wieder aufzunehmen. So hat im Jahr 2003 eine Arbeitsgruppe unter der Federführung der Baudirektion II (Regina Flury von Arx, Umweltfachstelle) eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den Mitgliedern Adrian Balz (Hochbau), Aldo Stoppa (Planung), Beat Erne (Leiter Marketing a.en), Christian Amoser (externer Energieberater) eine detaillierte Bestandesaufnahme der Energieaktivitäten durchgeführt. Dieser intensive Prozess wurde moderiert durch die Energiestadtberater Pius Hüsser und Christian Leuenberger. Nach der Bestandesaufnahme wurde ein energiepolitisches Programm mit Massnahmenprogramm erarbeitet und vom Stadtrat am 8. Dezember 2003 genehmigt. Am 16. März 2004 hat die Labelkommission Energiestadt entschieden, dass Olten die Bedingungen für die Erteilung des Labels „Energiestadt“ erfüllt und am 31. März 2004 findet in Grenchen die offizielle Überreichung des Labes statt.


Nachfolgend sind die wichtigsten Inhalte des Projektes zusammengefasst:

2. Bestandesaufnahme

Entwicklungsplanung, Raumordnung:
Durch die Mitgliedschaft im Klimabündnis (Parlamentsbeschluss vom 18. Juni 1995) verfügt die Stadt Olten über CO2-Emissionsziele. Diese wurde das letzte Mal mit der Unterzeichnung des Schaffhauser-Memorandums (Stadtratsbeschluss vom 25. Februar 2002) bestätigt. Neben diesen Grundlagen sind auch das raumplanerische Leitbild, sowie der Umweltbericht, welcher eine Energie- und CO2-Bilanz enthält, hervor zu heben.

Kommunale Gebäude und Anlagen:
In den kommunalen Gebäuden und Anlagen werden die Energie- und Ressourcenverbräuche ermittelt und regelmässig interpretiert (Energiebuchhaltung). Für den Grossteil der Gebäude liegt ein Sanierungskonzept vor.

Versorgung, Entsorgung:
Hervorzuheben ist das Engagement der aen/sbo für Strom aus erneuerbarer Energie (Aarestrom, Solarstrombörse), sowie für die Finanzierung einer neutralen Energieberatungsstelle unter der Federführung der Umweltfachstelle.

Verkehr und Mobilität:
Gut 2/3 der Bevölkerung leben bereits in einer Tempo 30 Zone. Eine Bevölkerungsbefragung diente als Grundlage für das Langsamverkehrskonzept, welches über 50 Massnahmen umfasst.

Interne Organisation:
Vorteilhaft für die Umsetzung der geplanten Massnahmen und für die Beratung ist die eigene Fachstelle Umwelt und die externe mandatierte Energieberatungsstelle. Die Fachstelle ist gut in die Verwaltung integriert und sorgt für die Kontinuität bei der weiteren Entwicklung und Verfolgung der gesetzten Ziele.

Kommunikation, Kooperation:
Eine regelmässige Kommunikation nach aussen über die lokalen Medien, ein starker Internet-Auftritt mit Bezug zu den Energie- und Umweltaktivitäten und regelmässige Veranstaltungen sorgen dafür, dass die Energieproblematik ein Thema bleibt.

Bei dieser Bestandesaufnahme hat Olten von möglichen 467 Punkten 257 oder 55 % der maximalen Punktzahl erreicht. Für die Erteilung des Labels sind minimal 50% der möglichen Punkte nötig.

3. Energiepolitisches Programm

Das energiepolitische Programm enthält Zielsetzungen für die Energiepolitik der Stadt Olten. Dabei gibt das Programm EnergieSchweiz den Rahmen vor. Der Erfolg von EnergieSchweiz ist für die Erreichung der städtischen Zielsetzungen Voraussetzung, so wie die Anstrengungen der Energiestädte Voraussetzung für den Erfolg von EnergieSchweiz sind. Erst mit dem Beitrag und dem Willen vieler Akteure werden die ambitiösen Ziele erreicht. Olten als Energiestadt strebt mindestens die Erreichung dieser Ziele an, interpretiert sie jedoch im Rahmen der Möglichkeiten neu.
· Anstelle eines massiven Ausbaues erneuerbarer Energien soll die Dichte der Besiedlung genutzt werden, um den Ausstoss an CO2 um 13 % zu reduzieren.
· Der Elektrizitätsverbrauch darf höchstens um 4 % wachsen.
· Das Energiebewusstsein der Bevölkerung soll gesteigert werden.
Diese Ziele setzen den Rahmen für die Massnahmen auf dem gesamten Gemeindegebiet. Sie sollen im Verhältnis zur Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung erreicht werden. Verbindliche und konkrete Ziele lassen sich vor allem beim gemeindeeigenen Energieverbrauch definieren.
· Bei Neubau und energierelevanten Sanierungen sind die gelten Verbrauchswerte, nach SIA-Norm 380/1 für Wärme und 380/4 für Elektrizität, um 20% zu unterschreiten resp. sollen die Anforderungen des Minergie-Standard angestrebt werden.
· Bei der Ergänzung der Fahrzeugflotte rsp. dem Ersatz von Fahrzeugen sind wenn möglich schadstoffarme Fahrzeuge vorzuziehen.

4. Aktivitätenprogramm für das Jahr 2004

Aufbauend auf dem energiepolitischen Programm, welches auch mittelfristige Massnahmen enthält, werden für das Jahr 2004 folgende konkreten Aktivitäten in Angriff genommen.
· Die bereits jetzt vorbildliche Baukontrolle wird durch die Überprüfung der Energienachweise am Bau ergänzt.
· Die Kommunikation im Bereich kombinierte Mobilität soll verbessert werden.
· Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Langsamverkehrs inkl. baulicher Massnahmen werden im Rahmen des Mobilierungskonzeptes zum öffentlichen Raum ausgearbeitet.
· Für die interne Beschaffung wird das Beschaffungsreglement von EnergieSchweiz für Gemeinden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen geprüft und umgesetzt.
· Ein Informationsblatt zum Angebot der Energieberatung wird ausgearbeitet und unter anderem den Baugesuchsunterlagen beigelegt.
· Die Aktionswoche Energie nimmt die Kampagne von EnergieSchweiz zur Gebäudehülle („Bau Schlau“) auf.
· Die Energieberatung verstärkt ihre Präsenz in der Öffentlichkeit durch eine Teilnahme an der MIO (gemeinsamer Stand mit aen/sbo).
· Das Pilotprojekt Mobilitätsberatung wird angegangen.
· Diese Aktivitäten werden durch die Arbeitsgruppe Energiestadt koordiniert.

5. Weitere Schritte

Die Erfolge und Qualität der Umsetzung der Massnahmen muss jährlich in der Arbeitsgruppe Energiestadt überprüft werden. Die Resultate sowohl der Energiebuchhaltung, wie auch die Resultate des jährlichen Audits werden im Verwaltungsbericht, erstmals im Jahr 2005 publiziert werden. Nach drei Jahren wird ein erstes umfassendes Re-Audit durchgeführt, bei dem die Leistungen von Olten als Energiestadt erneut gewürdigt werden.


Weitere Informationen unter http://www.energiestadt.ch
 



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